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Ausgangslage

Private oder berufliche Veränderungen sowie krankheitsbedingte Einschnitte können häufige Ursachen für eintretende Liquiditätsengpässe sein. Es drohen Mahnungen, Kreditkündigung oder Zwangsversteigerung. Der Schuldner wendet sich, oftmals zu spät, an sein Kreditinstitut und versucht, seine Situation darzulegen, sein Haus zu retten und seine Existenz nicht zu verlieren. Die Gläubigerbank versucht hingegen, Ihre Interessen zu vertreten und will ihr Risiko begrenzen sowie ihr eingebrachtes Darlehenskapital zurück. Beide Positionen sind verständlich.

Hier entsteht der Konflikt, weil unterschiedliche Sichtweisen, Erwartungen und Bedürfnisse aufeinanderprallen. Er eskaliert nicht nur auf der Sach-, sondern auch auf der Beziehungsebene. Die Denk- und Gefühlswelt des Kunden kommt ins Wanken, wird erschüttert, Ohnmacht macht sich breit. Damit eng verbunden sind Verlustgefühle, Existenzängste sowie ein tiefes Ungerechtigkeitsgefühl. In diesem Zustand versucht der Schuldner mit der Bank zu verhandeln. Da eine recht unterschiedliche Wahrnehmung der Eskalationsstufen auf beiden Seiten vorherrscht, verhärten sich häufig die Fronten. Nicht selten folgen juristische Auseinandersetzungen. Die Eskalationsdynamik wird dadurch häufig weiter befeuert…

Ergebnis: Ca. 150.000 Insolvenzen und ca. 40.000 Zwangsversteigerungen mit einem Wert von ca. 10 Mrd. Euro vernichten jährlich volkswirtschaftliche und private Werte. Doch eigentlich hat keiner der beiden Konfliktparteien daran ein Interesse, da in der Regel beide verlieren.

Die Lösung

Wäre nicht eine frühzeitige emotionsfreie Verständigung mit der Bereitschaft, sich auf gemeinsame Lösungsansätze mit dem Ziel schneller Konfliktbeseitigung zu einigen und Verluste zu vermeiden nicht besser? In der Tat. Dementsprechend steigt die Nachfrage nach alternativen Konfliktlösungen, weil alle Beteiligten bei Konfliktkonsens einen deutlichen Mehrwert erzielen könnten. Genau darin sehen wir unsere Aufgabe als Mediatoren, die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse der Konfliktparteien zu erkennen, zu vermitteln und auf eine einvernehmliche, von beiden Parteien getragene Lösungsoption hinzuarbeiten.

Das Ziel ist ein akzeptables Ergebnis für beide Seiten. Diesen Prozess des Perspektivwechsels zielführend zu gestalten, ist eine große Herausforderung sowohl für die Methodenvielfalt als auch die Qualität konsensualer Lösungsoptionen.

Daher stellt Mediation eine anspruchsvolle Aufgabe für uns als bankerfahrene Mitarbeiter und Gutachter für Immobilienbewertung, Finanzierung und Bankwesen der recoHyp® als neutrale Vermittler und Verfahrensspezialisten dar. Mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und ständige Qualifikationen in den Bereichen Immobilien, Finanzierung und Sanierung notleidender Kreditengagements qualifizieren uns für diese Aufgabe. Dabei können wir inzwischen auf viele Referenzen verweisen. Doch Zaubern können auch wir nicht. Nicht jede Mediation führt automatisch zu einer Konfliktlösung, weil am Ende beide Konfliktparteien selbst entscheiden müssen, ob sie der gemeinsam erarbeiteten Lösung zustimmen.

Konfliktlösung Kredite

Warum eignet sich die Mediation zur Konfliktlösung in der Kreditwirtschaft besonders?

  • Weil die Kommunikation der Konfliktparteien emotional belastet ist
  • Weil das Problem häufig sehr komplex ist
  • Weil häufig keine gemeinsame sprachliche Ebene gefunden werden kann
  • Weil Fehlinterpretationen und Stereotypen den gemeinsamen Umgang prägen
  • Weil Verhandlungen schnell ins Stocken kommen können und kein Ergebnis bringen
  • Weil häufig die Fristen kurz sind – trotzdem eine schnelle Lösung gefunden werden muss
  • Weil eine weitere Zusammenarbeit mit der Bank oft nicht ausgeschlossen ist
  • Weil häufig das gesamte Vermögen des Schuldners auf dem Spiel steht
  • Weil Kreditkündigung oder Versteigerungen weitere Nachteile bewirken
  • Weil Vertraulichkeit gewahrt und Imageschäden vermieden werden sollen

Was zeichnet einen Mediator aus?

  • Allparteilichkeit bzw. Neutralität als Grundlage für Vertraulichkeit
  • Keine Vergangnenheits- und Fehlersicht, sondern stets lösungs- und zukunftsorientiert
  • Als Vermittler pflegt er eine Sach- und Beziehungsebene gleichzeitig.
  • Als Vermittler fällt er kein Urteil, sondern die Parteien entscheiden selbst.
  • Verfahrenlenker durch geschickte Anregungen und Fragen in bestimmte Richtungen
  • Verfahrensspezialist mit hoher Kompetenz und Erfahrung
  • Mediator spart im Unterschied zu teuren Schiedsverfahren enorme Kosten!

Ablauf

Wie läuft ein Mediationsverfahren ab?

1. Vorbereitung
Erläuterung der Mediationstätigkeit und Zielsetzung, Sammlung von Informationen, Mündliche Regeln für das Zusammenwirken vereinbaren, Abschluss eines Vertrages

2. Einstiegsphase
Erfassung der Sichtweisen und Beweggründe, Analyse / Erläuterung sachliche Aspekte, Ermittlung bisheriger Umgang und Schäden, Festlegung nächste Punkte / Schritte

3. Interessenvermittlung
Durchführung von Einzeltreffen mit Verhandlungen, Ermittlung der Bedürfnisse, Hoffnungen und Befürchtungen der Konfliktparteien, Spannungsabbau, Zusatzinformationen

4. Lösungsoptionen
Erarbeiten mehrerer Ideen zur Konfliktbeilegung, Zunächst intuitive Bewertung der Ideen, Zusammenfassung Ideen zu Optionen, Bewertung und Lösungsansatz

5. Vereinbarung
Gesamtschau vornehmen, Ausarbeitung einer Übereinkunft / Memorandum aufsetzen, Entwurf prüfen ggf. durch Dritte, Unterzeichnung, Absprache Nachsorge

Mediationsverfahren – Gerichtsverfahren – Verhandlung

Was sind die Unterschiede?

Gerichtsverhandlung

Mediationsverfahren

Verhandlung

 

Auswahl einer dritten Partei / Vermittler

keinerlei Wahlmöglichkeiten

Parteien wählen selbst den Vermittler / Mediator aus

 kein Vermittler

 

Grundtenor / Grad der Freiwilligkeit

Positionen, Rechte, Ansprüche, Streit, nicht freiwillig, Sicht Vergangenheit, Fehler

Ziele und Interessen, Zusammenarbeit, freiwillig Sicht:Zukunft, Lösung

Ziele und Interessen, Zusammenarbeit, freiwillig
Sicht: Zukunft, Lösung

 

Ebene / Grad der Formalität

Sachebene nach festen Regeln streng formeller Prozess

Sach- und Beziehungsebene Midiator strukturiert und Parteien wirken mit, nicht formell

Sach- und Beziehungsebene i.d.R. keine Formalien nicht oder wenig struktiriert

 

Kompetenzen einer Drittpartei

Rechtsexperten, ggf. Gutachter

Verfahrensexperte herbeigeführtes selbstbestimmtes, akzeptables Ergebnis

i.d.R. keine Experten

 

Entscheidung / Lösung / Ergebnis

Gewinner : Verlieren
Verlierer : Verlierer

Gewinner : Gewinner

Gewinner : Gewinner
Ausgang offen